Bis Ende 2011 jeden Mittwoch im "Tagblatt der Stadt Zürich" - und seither nur noch hier. Und darum etwas seltener.
Mittwoch, 25. Januar 2012
Sandra Boner: "Die Wetterprognose hat für mich etwas Mystisches"
Sandra Boner, als Kind hat man viele Träume - erinnern Sie sich?
Mein erster Traumberuf war Krankenschwester.
Warum sind Sie es nicht geworden?
Eines Tages fand ich heraus, dass Menschen im Spital auch sterben.
Wie wichtig sind Lebensträume?
Die muss man haben - zum Gesundbleiben.
Wann haben Sie sich zuletzt für einen Traum eingesetzt?
Als berufstätiger Familienmensch tue ich das täglich. Zum Beispiel, wenn ich für den Zusammenhalt unserer vierköpfigen Familie einstehe und gleichzeitig die Zweierbeziehung mit meinem Partner Matthieu Haudenschild nicht zu kurz kommen soll.
Sie sagten einmal: "Wetter ist meine Leidenschaft."
Die Meteorologie ist eine Wissenschaft. Mit der Wetterprognose lässt sie uns in die Zukunft blicken. Das ist spannend, hat für mich etwas Mystisches.
Träumen Sie oft vom Wetter?
Das nicht. Aber wenn ich weiss, dass in der Nacht ein Sturm über die Schweiz ziehen soll, wache ich oft auf und schaue nach, ob es draussen schon tobt.
Was, wenn es am Morgen regnet, Sie jedoch am Abend zuvor in "Metro" Sonne angekündigt haben?
Das nervt. Ich muss dann immer gleich wissen, woher die Regenfront gekommen oder warum sie früher als angekündigt über die Schweiz gezogen ist.
Die "Meteo"-Hauptausgabe moderieren Sie auf dem Dach des Fernsehstudios - egal, ob es regnet oder schneit. Haben Sie dort oben schon einen Albtraum erlebt?
2007 schlug während der Sendung in der Nähe der Blitz ein.
Was geschah mit Ihnen?
Trotz der Distanz spürte ich die Entladung der Atmosphäre und bekam über meinen Regenschirm einen elektrischen Schlag ab.
Moderierten Sie weiter?
Ja. Ich erschrak zwar und murmelte irgendetwas wie "Uhhh". Die Angst jedoch fuhr erst am Ende der Sendung richtig ein. Ich brach in Tränen aus.
Konnte im Nachhinein analysiert werden, was genau geschehen war?
Nein. Aber seit diesem Vorfall ist das "Metro"-Studiodach von einem Faradayschen Käfig umgeben. Dieses Drahtgeflecht schützt uns Moderatoren vor den Blitzen.
Sie sagten einmal: "Ein gewisser Masochismus gehört zum Job der Meteo-Moderatorin."
Dazu stehe ich nach wie vor. Nach einer schlecht moderierten Sendung erhalte ich Dutzende Mails. Als Moderatorin kannst du es nie allen recht machen.
Könnten Sie sich vorstellen, auch einmal eine andere Fernsehsendung zu moderieren?
In den ersten Jahren bei "Metro" konnte ich mir das nicht vorstellen - inzwischen schon.
An welche Sendung denken Sie?
Die gibt es bisher noch nicht.
Und wenn Sie eine Sendung erfinden dürften?
Dann wäre es eine Wissenschaftssendung, in der ich mit Menschen zu tun hätte.
Träumen Sie weniger, seit Sie Kinder haben?
Im Gegenteil. Jetzt träume ich auch noch die Träume von meinen zwei Söhnen Nelson und Miles.
Sie meinen, was die beiden später werden wollen?
Oder was sie alles nicht werden sollen.
Was zum Beispiel?
Unglücklich.
Wo finden Sie Ihre Ruhe?
Am meisten Ruhe habe ich im Zug, wenn ich zur Arbeit fahre. Ich lese dann oft - zurzeit "Der Weihnachtshund", eine wunderbare Liebesgeschichte.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, wie würde er lauten?
Dass ist bei mir tagesabhängig. Heute bin ich wunschlos glück-
lich.
2006 sagten Sie: «Ich wäre gerne der weibliche James Bond.»
Ich fand das lustig. Es war nicht ernst gemeint.
Mein "Traumfänger"-Interview ist in der aktuellen "Schweizer Familie" erschienen.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen