Mittwoch, 10. Februar 2010

Bötschi klatscht: Eckhard V., Franz Schumi, Pepe Lienhard, Marco Cortesi

Vergangene Woche war ich mit meinem Ex-Chef im Restaurant La Côte. Wir assen Entrecôte Café de Paris, waren wieder einmal Sklave unserer Fleischeslust. Oder heisst es Fleischlust? Ich stelle diese Frage, weil ich kürzlich einen Leserbrief von Eckhard V. aus Zürich bekommen habe. Herr V. nervt sich, weil ich ab und an mit der Grammatik auf Kriegsfuss stehen würde: "Herr Bötschi, es gibt Deutschkurse für Anfänger + Fortgeschrittene! Entscheiden Sie selbst!! - Das ist einfach grauenhaft! Schreiben Sie doch vielleicht für eine polnische oder chinesische Zeitung!! Dann fällts nicht auf!"
Herr V. hat dann noch das Sch-Wort gebraucht. Weil ich jedoch gerade über ein Essen schreibe, möchte ich an dieser Stelle seine Fäkalausdrücke nicht wiederholen. Hinsichtlich meiner Auswanderungspläne sei jedoch verraten: Ich habe vor Jahren wirklich eine chinesische Zeitschrift produziert. Ein Zigarrenheft, ganz genau. Eine Schweizer Zigarrenfirma wollte damit im Land des Lächelns ihre dicken Braunen bekannter machen.
Trotzdem: Ich bleibe in Zürich, entgegen dem Wunsch von Herr V. Und komme zurück zur Fleischeslust - diesem sündigen Tun. Behauptete zumindest 1899 ein Franz Schumi aus Graz: "Denn die Fleischeslust ist eben eine Sünde, weil sie unnatürlicherweise aus der Liebe herstammt, die man nicht leicht bändigen kann, weil sie gewöhnlich die klare Vernunft betäubend mit Ungestüm auftritt."
Zur Beruhigung: Im La Côte - wo auch Bandleader Pepe Lienhard gerne Fleisch isst - gehts während meines Besuchs zur Mittagszeit überaus gesittet zu, weil (oder obwohl?) nur Männer im Lokal sassen. Ein Umstand, der mir sofort auffiel, der jedoch nicht aussergewöhnlich sei. Sagte der Kellner. Ist das der Beweis dafür, dass Männer nach wie vor öfter der Fleischlust erliegen als Frauen? Kaum... zurück im Büro, wurde ich eines Besseren belehrt: In den Ferien, meldete Kuoni, flirten die Frauen öfter. Die Zahlen im Ferienreport 2010 des Reiseunternehmens sind eindeutig: Frauen haben während der Sun-Fun-and-nothing-to-do-Tage mehr Affären (49%) als Männer (42%).
Vom Lustvollen zum Bitteren - aber ich muss diese Geschichte jetzt loswerden: Samstagnachmittag an der Dienerstrasse. Zwei Polizisten kontrollieren vor einer Bar eine dunkelhäutige Frau. In der Hand hat sie eine schwarz-weisse Tasche. Einer der Polizisten will der Frau die Tasche wegnehmen. Sie wehrt sich, hält ihre Tasche fest, der Polizist versucht, sie ihr zu entreissen. Als die Frau nicht loslässt, tritt der Polizist ohne Vorwarnung mit dem Fuss gegen ihren Schambereich. Ich war schockiert, wie schnell der Polizist Gewalt an der Frau angewendet hat. Keine Ahnung, ob die Frau im horizontalen Gewerbe tätig ist, als Drogenkurierin arbeitet oder sonst etwas auf dem Kerbholz hat - den Anstand hat der "Freund und Helfer" jedoch schon zu Beginn der Kontrolle vermissen lassen. Ich nehme deshalb an, der Auftritt ist eine weitere Folge in der Polizeikomödie "Respekt", die zurzeit im Chräis Chäib läuft. Nulltoleranzstrategie wird dieses unschöne Lustspiel auch genannt, über das Polizeisprecher Marco Cortesi sagt: "Hart an der Grenze, aber korrekt und offenbar nötig."
Bleibt die Frage: Seit wann ist Gewalt korrekt?
Übrigens: Fleischeslust war richtig. Fleischlust gibt es in erwähntem Zusammenhang nicht. Man würde sagen, Lust auf Fleisch, und nicht dasselbe meinen.

Für das "Tagblatt der Stadt Zürich"

Montag, 8. Februar 2010

Bei der Geburt getrennt...

...heute mit: Hollywood-Schauspielerin Jane Fonda und Susi Gut, Kandidatin der Partei für Zürich (PfZ) für das Amt der Stadtpräsidentin in Zürich:

Einkaufen im Migros Wengihof: Zürcher Polizei mit Sonderrechten

Ein Mitarbeiter des Winterdienstes der Stadt Bern guckte am Dreiköngistag nicht schlecht, als er von der Polizei gebüsst wurde. Er habe ein Fahrverbot durchfahren, liessen die Beamten den verdutzten Arbeiter wissen. Dabei tat der nur seinen Dienst: Er salzte die Strasse.
Da haben es in Zürich die Beamten im Kreis 4 schon viel angenehmer: Wenn die Polizisten jeweils am Samstag ihre privaten Einkäufe tätigen im Migros Wenighof, parkieren sie ihren Dienstwagen direkt beim Hintereingang. Nein, ein Parkfeld ist dort keines eingezeichnet. Jeder andere Lenker, der an dieser Stelle länger als zum Ein- und Aussteigen stoppen will, wird vom Sicherheitsmann hurtig weggewiesen - mit dem Hinweis, dass er sonst eine Busse bekommen werde.
Was sagt wohl Polizeichefin Esther Maurer , wenn sie erfährt, dass alle Tiere gleich sind, ihre Tiere aber gleicher?
Wir bleiben dran.

Traum der Woche: Dieter Meier

"Mit 17 wollte ich Schauspieler werden. Ich stand heimlich im Badezimmer vor dem Spiegel uns sagte kleine Rollentexte auf. Das Hineinschlüpfen in fremde Charaktere hat mir immer Freude bereitet. Aber seriös habe ich in meinem Leben nie ein Ziel verfolgt., ich war eher ein Taugenichts, der aus existenzieller Langeweile heraus alles dem Zufall überliess."

"Yello"-Musiker Dieter Meier im aktuellen "Kultur Spiegel"
Bild: SF

Sonntag, 7. Februar 2010

Missenmami Karina Berger: Fensterplatz im Fach Geografie

Weh dir Helvetia! Tapfer hatte sich Karina Berger, die Mutter aller Missen, für ihre Mädchen eingesetzt, als die Kandidatinnen des Jahrgangs 2009 letzten Herbst bei einem Allgemeinwissens-Test grottenschlecht abschnitten. Einige der hübschen Damen erkannten nicht einmal das Matterhorn - und wurden als Miss Doof betitelt. "Das Bild verunsichert einem, weil der Gipfel aus einem nicht üblichen Winkel aufgenommen worden ist," entschuldigte sich Karina Berger. Jetzt wissen wir, warum das Missenmami so viel Verständnis hatte für die Kandidatinnen: Es hatte im Fach Geografie auch einen Fensterplatz. Karin Berger schaffte es - laut "SonntagsZeitung" - gestern Samstag fast nicht an den "Begegnungstag" in Bundesbern. Der Grund: Sie fand das Bundeshaus nicht. Mamis Begründung: "Ich war seit meiner Kindheit nicht mehr hier."

Die Deutschen lieben die Schweizer... trotzdem!

Steuerhinterzieher haben in Deutschland scheinbar keine grosse Lobby: 57 Prozent unserer nördlichen Nachbarn finden, laut einer Umfrage in der akutellen Ausgabe des Magazins "Stern", dass die Regierung um Bundeskanzlerin Angela Merkel die illegal beschafften Bankdaten aus der Schweiz kaufen soll. Interessanterweise hat sich aber das Verhältnis der Deutschen gegenüber uns Schweizern deswegen nicht verändert. Momoll, wir werden nach wie vor heiss geliebt: 79 Prozent der Deutschen sagen jedenfalls, dass das Ansehen der Schweiz durch die Debatte um Steuerhinterziehung nicht gesunken ist.

Samstag, 6. Februar 2010

Typisch Susi! - oder: Die Sprüche von Susi Gut

Susi Gut will Stadtpräsidentin von Zürich werden. Einst bei den ausländerfeindlichen Schweizer Demokraten politisierend, wechselte sie 1999 zur SVP. Für die ehemalige Bauernpartei sass sie ab 2002 im Gemeinderat, bis es 2006 zum Bruch kam. In der Folge gründete Gymnastiklehrerin Gut die Partei für Zürich (PfZ) - und war in all den Jahren für manchen mehr oder weniger klugen Spruch verantwortlich:
"Die Linken sind für die Drogensüchtigen, ich bin für solche, die sonst untergehen. Zum Beispiel engagiere ich mich auch für Kinder mit Herzfehlern."

"Für das Albisgüetli würde ich sogar meinen Heiratstermin verschieben."

"Von wegen, am Abend seien die Ultrasportler müde. Sie haben es nicht nötig, Viagra zu nehmen, die mögen auch noch nach einem Wettkampf, da sie ausdauernd sind!"

"Das mit den Fitnessübungen auf meiner Homepage ist halt typisch Susi. Das passt zu mir, das ist mein Stil."

"Ich musste aufschreiben, was mir da widerfahren ist. Denn ich hatte Liebeskummer, die SVP bedeutete mir sehr viel."

"Wichtig ist, dass man die 'fiesen' Tipps nur bei Menschen anwendet, die es verdient haben, die einen immer wieder schikanieren und einem schaden."

"'Gewisse Chefs in der SVP Zürich benehmen sich wie in einer Sekte, entweder man gehorcht, oder man muss gehen oder wird bestraft.»

"Ich weiss, dass in Zürich sehr viele erwachsene junge Ausländer IV bekommen, ohne ersichtliche Behinderung."

"Ich bin entsetzt, wie respektlos und vor allem unwahr man über Christoph Blocher berichtet. Jeder Versprecher, jedes kurze Stottern wird sofort analysiert, und es wird gross darüber berichtet. Wenn stottern und sich versprechen Zeichen dafür sind, dass jemand alt, angeschlagen und dement ist, dann sind dies aber fast alle Politiker."

"Ich müsste diplomatischer werden."

Freitag, 5. Februar 2010

Moritz Leuenberger, Sesselkleber

Bundesrat Moritz Leuenberger, die Zukunft der Schweiz? - Dann wird unsere Zukunft aber ziemlich klebrig werden.